08.10.2021

Preis für partnerschaftliches Handeln geht an die Markenfleischprogramme „Rasting/Bauernliebe“ und „The Duke of Berkshire“

Der vom Lebensmittelverband Deutschland e.V., dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V., der QS Qualität und Sicherheit GmbH und der Stiftung LV Münster erstmals ausgeschriebene „Preis für partnerschaftliches Handeln“ in der Wertschöpfungskette Lebensmittel geht an die Markenfleischprogramme „Rasting“ und „Bauernliebe“ der EDEKA Rhein-Ruhr sowie „The Duke of Berkshire“ vom Handelshof Köln.

Die Preise wurden am Abend in Köln im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der ANUGA 2021 von Franz-Josef Möllers, Ehrenpräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland – HDE e.V. übergeben, auf deren Initiative die neue Auszeichnung zurückgeht.

Den mit 20.000 € dotierten Hauptpreis gewinnen die Programme „Rasting“ und „Bauernliebe“, bei denen sich die EDEKA Rhein-Ruhr mit ihrem Zerlegebetrieb Rasting in Meckenheim, der Schlachter Westfleisch aus Münster und 2.500 Landwirten vertraglich zusammengeschlossen haben. Bei diesen in seiner Dimension in Deutschland einzigartigen Markenfleischprogrammen werden unter besonderen Qualitäts- und Haltungsbedingungen aufgezogene Schweine, Kälber und Jungbullen mit Preisaufschlägen vermarktet. Die Partner arbeiten seit 2017 zusammen. Bei Programmen „Rasting“ und „Bauernliebe“ überzeugt die Jury die Breite des Angebots (Schweine-, Kalb- und Rindfleisch), die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit, die vielen teilnehmenden Landwirte und die ständige Weiterentwicklung des Konzepts. Die Preisrichter würdigen, dass die Landwirte Abnahmegarantien für Ihre Tiere und besondere Preiszuschläge auf Basis der klassischen amtlichen Notierung erhalten. Das Programm habe bewiesen, dass es großflächig auf den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ausgerollt werden könne.

Als besonders innovatives Leuchtturmprojekt zeichnet die hochrangige Jury darüber hinaus das Programm „The Duke of Berkshire“ mit einem Sonderpreis in Höhe von 5.000 € aus. Hier haben sich Züchter, Ferkelerzeuger und Mäster (stellvertretend Dr. Jens van Bebber, Mäster aus Samern bei Rheine) mit dem Schlachter Brand Qualitätsfleisch (Lohne), dem Zerlegebetrieb Kasteel (Mönchengladbach) und dem Handelshof (Köln) zusammengeschlossen. Vermarktet wird das durchgängig unter höchsten Tierwohlstandards erzeugte Schweinefleisch (Außenklima) im hochpreisigen Bereich vor allem an Restaurants und Hotels. Das 2014 initiierte Programm „The Duke of Berkshire“ beeindruckt durch den sehr partnerschaftlichen und innovativen Ansatz. Vorbildlich ist z.B. die Verlässlichkeit (lange Laufzeit der Verträge) und die Investitionsbeihilfe des Handelspartners für den Umbau der Ställe. Es gibt einen festgelegten Auszahlungspreis pro kg Schlachtgewicht und pro Ferkel, der sich nicht an der amtlichen Notierung orientiert und der vor Beginn des Stallumbaus vereinbart wird. Alle Absprachen bezüglich Kosten, Preise und Mengen werden gemeinsam in der Kette getroffen, würdigt die Jury. Vermarktet und bezahlt wird das ganze Schwein. Der Jury ist klar, dass es sich um einen hochpreisigen Vermarktungsweg handelt, der sich nicht eins zu eins auf den allgemeinen LEH übertragen lässt. Dennoch verdiene das Projekt einen Sonderpreis, weil es konsequent etablierte Vermarktungswege verlasse und neue Ansätze suche.

Ziel des Preises für partnerschaftliches Handeln ist es, Leuchttürme für eine besonders partnerschaftliche Zusammenarbeit von Erzeugern, Verarbeitern und Händlern ins Rampenlicht zu stellen. „Das ist uns gelungen. Wir haben 28 sehr gute Bewerbungen aus elf Bundesländern erhalten, die die wichtigsten Bereiche der heimischen Lebensmittelproduktion abdecken: Fleisch und Wurstwaren, Getreideerzeugnisse und Backwaren, Obst und Gemüse sowie den Bereich Milch“, zeigt sich Josef Sanktjohanser sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Ausschreibung.

„Zwischen Landwirten, Verarbeitern und Händlern gab es zuletzt viele Diskussionen, dennoch ist der Zusammenhalt in der Wertschöpfungskette besser als sein Ruf. Das belegen unsere Preisträger. Wenn ehrlich, verlässlich und vertrauensvoll zusammengearbeitet wird und die Partnerschaft auf Dauer ausgelegt ist, profitiert davon die gesamte Wertschöpfungskette, ist Franz-Josef Möllers überzeugt. „Wir müssen es schaffen, künftig noch viel intensiver vom Landwirt bis zur Ladentheke zu denken, zu handeln und mit einer Stimme zu sprechen“, fordert Möllers die Branche zu mehr Zusammenhalt auf. Dann ließen sich auch Krisen wie aktuell am Schweinemarkt besser bewältigen.

Die für Preisvergabe verantwortliche Jury besteht führenden Persönlichkeiten der Landwirtschaft, des Lebensmitteleinzelhandel, der Ernährungswirtschaft und der Wissenschaft. Dazu gehören unter anderem Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Dr. Christian von Boetticher, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Friedhelm Dornseifer, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels, René Püchner, Präsident des Lebensmittelverbandes Deutschland, Annette Kirste, Public Affairs, Aldi Nord und Stefan Legat, selbstständiger EDEKA-Kaufmann und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates EDEKA Nordbayern-Sachsen, Thüringen.

Für die Shortlist (engere Wahl) für den „Preis für partnerschaftliches Handeln“ nominierte die Jury außerdem folgende Projekte:

  • Kategorie Milchprodukte: Hof Fockenbrock Telgte und Rewe-Markt Münster
  • Kategorie Backwaren/Getreideerzeugnisse: Biohof Borghoff sowie weitere Ackerbauern aus dem Münsterland und cibaria Bäckerei Münster
  • Kategorie Getreideerzeugnisse: Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide Weser und Leine w.V., Emmerthal, Flechtorfer Mühle GmbH, Lehre und REWE-Group Deutschland, Köln
  • Kategorie Fleisch: EWG Eberswalder Wurst GmbH, Britz Prignitzer Landschwein GmbH, Groß Pankow-Prignitz und Schleicher REWE Ost GmbH, Teltow
  • Kategorie Fleisch: Erzeugergemeinschaft Schwarzwald-Bio-Weiderind, Bernau und EDEKA Südwest, Offenburg
  • Kategorie Fleisch: Gabriele Mörixmann, Melle, Werner Schulte GmbH & Co. KG, Lastruper Wurstwaren, Lastrup, Brand Qualitätsfleisch GmbH & Co. KG und EDEKA Wilhelm Cramer GmbH, Burgdorf

Weitere Informationen zu den Gewinnern und zu Bewerbern der Shortlist finden Sie unter www.stiftung-lv-muenster.de/projekte/fairnesspreis.

Zu den Preisgebern:

Der Lebensmittelverband Deutschland e.V. bündelt und vertritt die Interessen der wichtigsten Akteure der Lebensmittelwirtschaft in Deutschland.

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. vertritt die Interessen der Unternehmen des Lebensmittelhandels gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit.

Die QS Qualität und Sicherheit GmbH setzt sich seit 2001 für eine umfassende Prozess- und Herkunftssicherung der Lebensmittelproduktion in Deutschland ein.

Die Stiftung LV Münster wurde 2012 vom Landwirtschaftsverlag Münster gegründet. Sie fördert insbesondere die Kommunikation zwischen Stadt und Land.

Kontakt für Ihre Rückfragen:

Kirsten Uenning
Stiftung LV Münster
Hülsebrockstr. 2–8, 48165 Münster
Tel.: +49 (0) 25 01 801-1870
Mail: Kirsten.Uenning@lv.de
Web: www.stiftung-lv-muenster.de

Ansprechpartnerin

Gabriele Blömker
02501 801-1670
gabriele.bloemker@lv.de

Vorherige Pressemeldung:

Preisverleihung Landbaukultur-Preis 2021