Skip to main content

Gisbert Strotdrees erhält Fritz-Reuter-Literaturpreis

16.10.2020

Gisbert Strotdrees, Redakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Land-leben aus Münster, wird für sein Buch „Im Anfang war die Woort“ mit dem Fritz-Reuter-Literaturpreis 2020 ausgezeichnet.

Wochenblatt-Redakteur Gisbert Strotdrees erhält den Fritz-Reuter-Literaturpreis 2020 (Quelle: LV)

Der Fritz-Reuter-Literaturpreis 2020 geht an den Redakteur und Historiker Gisbert Strotdrees vom „Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben“ aus dem Landwirtschaftsverlag Münster. Die Auszeichnung erhält der Autor für sein Buch "Im Anfang war die Woort. Flurnamen in Westfalen" (ISBN 978-3-87023-432-4). Basis des Buchs war eine Artikelserie im Wochenblatt. Für ein breites Publikum hat Strotdrees darin die Erkenntnisse des wissenschaftlichen Langzeitprojekts "Westfälischer Flurnamenatlas" aufbereitet, das die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens durchgeführt hat.

„Die Inhalte des Buchs sind nicht nur etwas für ausgewiesene Experten und Liebhaber der niederdeutschen Sprache, sondern für alle interessant. Das hat die große Resonanz der Leserinnen und Leser auf die Artikelserie im Wochenblatt gezeigt“, freut sich Dr. Ludger Schulze Pals, Geschäftsführer des Landwirtschaftsverlags Münster, über die Auszeichnung.

„Sprachgeschichte, Sprachgeographie, Siedlungs- und Landwirtschaftsgeschichte werden zu einer hochinteressanten Lektüre für jedermann verwoben“, urteilt die Jury über das Buch. „In Text und Bild biete es einen „ungewohnt faszinierenden Blick auf die Geschichte der Landschaft und der Menschen und der niederdeutschen Sprache“. Strotdrees verdichte und übersetze sprachwissenschaftliche Grundlagenforschung so hervorragend, dass Zusammenhänge, Besonderheiten und Entwicklungslinien von Sprache und Landschaft klar vor Augen träten. „Sprachlich und fachlich überzeugend schafft er etwas, das nach einhelliger Meinung der Jury beispielgebend für viele weitere Regionen ist.“

Das Buch zeige exemplarisch, wie aus Wörtern Namen würden und über Generationen in der natur-räumlichen Umgebung des Menschen gespeichert werden. „Strotdrees macht Lust, genauer hinzusehen“, schreibt die Jury. Zudem sei das Buch eine Reise in (scheinbar) untergegangene niederdeutsche Sprachwelten.

Das Buch zeige den Wandel von Natur und Landschaft und deren Wahrnehmung durch eine nieder-deutsch sprechende, weitgehend ländlich-bäuerliche Bevölkerung. Es seien häufig die einzigen sprachlichen Zeugnisse, die diese Bevölkerungsmehrheit verbreitet und hinterlassen hätten. „Das Buch ist damit auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Leistung der Bauernfamilien, die sich in vielfältiger Weise um ihre Heimat verdient gemacht haben“, macht Schulze Pals deutlich.

Der mit 2.000 € dotierte Literaturpreis erinnert an einen der bekanntesten und bedeutendsten niederdeutschen Schriftsteller, Fritz Reuter (1810-1874). Er wird seit 1999 jährlich von der mecklenburgischen Stadt Stavenhagen, dem Geburtsort Reuters, und dem dortigen Fritz-Reuter- Literaturmuseum vergeben. Gewürdigt werden Prosa und Lyrik in niederdeutscher Sprache, sprachwissenschaftliche Arbeiten oder Projekte zur Förderung des Niederdeutschen. Die Preisverleihung findet traditionell am 7. November, dem Geburtstag Fritz Reuters, in Stavenhagen statt.