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Achtung, Aufnahme

01.09.2016

Besuch auf Bauernhöfen, beim Landtechnikhersteller und in der Fachschule: Auf Einladung des Landwirtschaftsverlages war eine Klasse der Deutschen Journalistenschule München drei Tage lang zu Gast in Westfalen.

Warum bekommen Milchviehhalter zur Zeit so wenig Geld? Worin unterscheidet sich ein Bio-Betrieb von einem konventionell wirtschaftenden Betrieb? Ist der Begriff „Bauer“ eine Beleidigung? Wie verändert die Digitalisierung die Landwirtschaft? – Fragen wie diese standen im Mittelpunkt des dreitägigen Besuchs angehender Journalisten der Deutschen Journalistenschule München (DJS). Auf Einladung der LV-Stiftung im Landwirtschaftsverlag verbrachte die 15-köpfige Klasse drei Tage in Münster, um den Verlag und seine Redaktionen, vor allem aber die Praxis der Landwirtschaft hautnah kennenzulernen.

Zum mittlerweile dritten Mal war damit eine Gruppe der DJS in Münster zu Gast, eingeladen von der Stiftung des Landwirtschaftsverlages. Den jungen Journalisten, so das Konzept, soll die Möglichkeit geboten werden, mit Landwirten, Agrarvertretern, Hofnachfolgern sowie Vertretern agrarnaher Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Sie sollen deren Höfe und Arbeitsplätze kennenlernen – und die Sichtweisen der dort lebenden Menschen.

Vielfalt der Landwirtschaft

Eine gemeinsame Exkursion führte zunächst zum Milchviehbetrieb von Leonard Große Kintrup. Er hat am Stadtrand von Münster eine eigene Milchvermarktung aufgebaut. Am folgenden Tag machten sich mehrere Kleingruppen, jeweils mit Kameras und Aufnahmegeräten bestückt, auf den Weg, um sehr unterschiedlichen Themen zu recherchieren:

     

  • Zwei DJS-Studentinnen verbrachten einen Tag auf dem Milchviehbetrieb Leifker in Neuenkirchen-Landersum.
  • Eine vierköpfige Gruppe besuchte die Landwirtschaftliche Fachschule in Münster-Wolbeck und diskutierte mit fünf jungen Landwirten über aktuelle Fragen, bevor es mit einem der Fachschüler, Daniel Holtkamp, zur Besichtigung seines elterlichen Betriebes nach Telgte ging.
  • Einige Fachschüler führte es in das Osnabrücker Land zum Ackerbau- und Milchviehbetrieb Westrup-Koch GbR in Bissendorf und zum Bioland-Betrieb Hellbaum in Ostercappeln.
  • Unter dem Oberthema Landwirtschaft 4.0 besuchten drei angehende Journalisten das Landtechnik-Unternehmen Claas in Harsewinkel, um die Produktion und neueste Trends der Landtechnik kennenzulernen, und den Landwirt André Hornberg in Gütersloh, der seinen Betrieb vollständig digital vernetzt hat.
  • Milchviehhalter in der Krise: Diese Exkursion führte zu den beiden Milcherzeugern Martin Sißmann und Milchael Bittner, beide in Waltrop, deren Betriebe sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.
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Fachjournalisten der Zeitschriften profi, top agrar und Wochenblatt für Landwirtschaft und Landlebenstanden als „Scouts“ zur Verfügung, um die jungen Journalisten zu begleiten und Hintergrundinformationen zu liefern. In geselliger Runde wurde am Dienstagabend auf dem Hof der Familie Selhorst in Ascheberg der Austausch fortgesetzt.

„Start up“ auf dem Land

Die Abschlussdiskussion am Mittwoch drehte sich um aktuelle Fragen wie etwa: Sind Landwirte besonders geeignet, um neue unternehmerische Ideen als „start up“ in die Praxis umzusetzen? Wie geht man mit illegal entstandenem Filmmaterial aus Ställen um, das militante Tierschützer den Redaktionen anbieten? Rede und Antwort standen die 29-jährige Junglandwirtin Theresa Ungru aus Hörstel-Dreierwalde und Matthias Schulze Steinmann, stellvertretender Chefredakteur des Wochenblattes. Die DJS-Klasse produziert dazu in diesen Tagen eine schulinterne Radiosendung. Str.